"Wenn ich heute zurückdenke, war dieses Datum der schwärzeste Tag in unserem Leben"
Sonntag, den 06. Februar 2011 um 01:00 Uhr
BETROFFENE SCHREIBEN
"Machen Sie sich um Ihre Rente mal keine Gedanken!" und "Sie haben gar kein Risiko und keine Kosten". Solche Aussagen und Versprechungen sind typisch für dubiose Vermittler. Betroffene von Schrottwohnungen (sogenannte Schrottimmobilien) schreiben über ihre Erlebnisse und Sorgen.
"Machen Sie sich um Ihre Rente mal keine Gedanken!" und "Sie haben gar kein Risiko und keine Kosten". Solche Aussagen und Versprechungen sind typisch für dubiose Vermittler. Betroffene von Schrottwohnungen (sogenannte Schrottimmobilien) schreiben über ihre Erlebnisse und Sorgen:
„Unserer Versicherungsvertreter rief mich eines Tages an und vereinbarte mit mir einen Termin, um mir eine günstigere Hausratversicherung anzubieten. Ich freute mich über diesen Anruf - da ich gern bereit bin, bei gleicher Leistung ein paar Euro zu sparen. Als er am folgenden Abend zum Termin erschien, sprachen wir über vernünftige Altersvorsorge und was wohl an Rente im Alter bleibt.
Er bot mir einige interessante Lebensversicherungen an. Auch fragte er mich, ob ich von Steuersparmodellen gehört hätte. Er bot mir an, mit jemandem vorbei zu kommen. Dieser habe ein sehr gutes Angebot, das er selbst abgeschlossen hätte. Auf Nachfrage, worum es ginge, erzählte er mir von Investitionen in Eigentumswohnungen.
Ich lehnte erst dankend ab. Zu viel Verantwortung, meinte ich zu ihm. Aber er erwiderte, ich sollte es mir anhören, - eine bessere und gleichzeitig sicherere Kapitalanlage gäbe es zur Zeit nicht.
Zwei Tage später erschien er in Begleitung einer mir unbekannten Dame. Sie machte einen sehr netten Eindruck. Meine Frau und ich fühlten uns gleich wohl. Schnell überzeugte sie uns von dem Wohnungskauf, ihrem „Rundum-Sorglos- Paket“ und wir verabredeten uns für Anfang der nächsten Woche, um alle notwendigen Papiere zu unterschreiben.
Am nächsten Tag bekamen wir Angst und Zweifel. Sie beruhigte uns mit den Worten, dass wir keine Kosten hätten - ganz im Gegenteil - die Steuerersparnis würde uns einen zusätzlichen Urlaub ermöglichen.
Wir trafen uns bei einem von ihr vorgeschlagenen Notar, der uns kurz die Situation erklärte und uns eine Vollmacht unterschreiben ließ. Einige Tage später kam die Vermittlerin mit einem Darlehensvertrag über 130.000 Euro Darlehenssumme bei uns zu Hause vorbei. Wir waren erschüttert über den hohen Betrag.
Aber wieder beruhigte sie uns: „Alles in Ordnung“. Sie zeigte uns einen Prospekt mit der Hausansicht und einen Grundriss unserer Wohnung. Es würden keine Kosten für uns anfallen, da die Mieteinnahmen die Zinsen ausgleichen würden. Auch hätten wir keinen Ärger mit der Wohnung, da sie alles abwickeln würde.
Wir waren nun wieder etwas beruhigter und ignorierten das leise Grummeln im Bauch. Meine Frau und ich unterschrieben den Darlehensvertrag. Alles schien sich vorerst zu bestätigen, wir hörten nichts mehr von der Sache und hatten keine Unannehmlichkeiten mit der Wohnung. Unsere Maklerin rief ab und zu an und meinte, es sei alles in Ordnung.
Etwa ein halbes Jahr später meldete sie sich bei uns für einen erneuten Termin
Sie erklärte uns voller Stolz, sie hätte für unsere Wohnung einen Käufer und wir könnten eine kleinere Wohnung in einem besseren Stadtteil erwerben. Wir freuten uns, dass sich alles so positiv entwickelte und sagten zu. Wieder trafen wir uns beim Notar, der uns erneut eine Vollmacht vorlegte, die wir unterschreiben sollten: Das gleiche Prozedere wie zu Beginn.
Und so waren wir im Glauben, die erste Wohnung verkauft und eine zweite gekauft zu haben. Alles wurde von unserer Maklerin organisiert und wir hatten letztendlich keine Belastung damit.
Das böse Erwachen kam mit Briefen und Zahlungsaufforderungen: Zwei Banken schrieben uns an. Wir dachten, es wäre ein Versehen - und als wir die Maklerin anriefen, meinte sie nur dass sie schon alles regeln würde. Wir sollten ihr vertrauen und die Schreiben an sie weiterleiten, sie kümmere sich darum. Nachdem die Mahnungen in den Wochen danach drohender wurden und sie nichts unternommen hatte, merkten wir, dass sich nichts mehr regeln ließ.
Wir suchten einen Rechtsanwalt auf. Dieser stellte fest, dass wir zwei Eigentumswohnungen zu völlig überhöhten Preisen gekauft hatten. Die Maklerin hatte zudem die Mieten einkassiert und eine Zeit lang die Hypotheken bedient. Irgendwann tat sie das nicht mehr, so dass die „Luftnummer“ nun hochkam.
Meine Frau und ich können die Kosten bei weitem nicht decken. Auch reicht unser Einkommen – zudem noch reduziert durch die Arbeitsunfähigkeit meiner Frau (aus seelischen Gründen) - nicht mehr für unser tägliches Leben aus. Wir gehen drei Mal die Woche zur Hamburger Tafel, um uns etwas zu Essen zu holen.
Eine Perspektive haben wir nicht. Wir waren eben zu dumm und Dummheit wird bekanntlich bestraft. Mal sehen, wie der Anwalt uns aus dieser Sache herausholen kann. „Auf jeden Fall“, sagt er, „werden wir den Banken auch unsere finanziell dramatische Notlage präsentieren. "
„Unserer Versicherungsvertreter rief mich eines Tages an und vereinbarte mit mir einen Termin, um mir eine günstigere Hausratversicherung anzubieten. Ich freute mich über diesen Anruf - da ich gern bereit bin, bei gleicher Leistung ein paar Euro zu sparen. Als er am folgenden Abend zum Termin erschien, sprachen wir über vernünftige Altersvorsorge und was wohl an Rente im Alter bleibt.
Er bot mir einige interessante Lebensversicherungen an. Auch fragte er mich, ob ich von Steuersparmodellen gehört hätte. Er bot mir an, mit jemandem vorbei zu kommen. Dieser habe ein sehr gutes Angebot, das er selbst abgeschlossen hätte. Auf Nachfrage, worum es ginge, erzählte er mir von Investitionen in Eigentumswohnungen.
Ich lehnte erst dankend ab. Zu viel Verantwortung, meinte ich zu ihm. Aber er erwiderte, ich sollte es mir anhören, - eine bessere und gleichzeitig sicherere Kapitalanlage gäbe es zur Zeit nicht.
Zwei Tage später erschien er in Begleitung einer mir unbekannten Dame. Sie machte einen sehr netten Eindruck. Meine Frau und ich fühlten uns gleich wohl. Schnell überzeugte sie uns von dem Wohnungskauf, ihrem „Rundum-Sorglos- Paket“ und wir verabredeten uns für Anfang der nächsten Woche, um alle notwendigen Papiere zu unterschreiben.
Am nächsten Tag bekamen wir Angst und Zweifel. Sie beruhigte uns mit den Worten, dass wir keine Kosten hätten - ganz im Gegenteil - die Steuerersparnis würde uns einen zusätzlichen Urlaub ermöglichen.
Wir trafen uns bei einem von ihr vorgeschlagenen Notar, der uns kurz die Situation erklärte und uns eine Vollmacht unterschreiben ließ. Einige Tage später kam die Vermittlerin mit einem Darlehensvertrag über 130.000 Euro Darlehenssumme bei uns zu Hause vorbei. Wir waren erschüttert über den hohen Betrag.Aber wieder beruhigte sie uns: „Alles in Ordnung“. Sie zeigte uns einen Prospekt mit der Hausansicht und einen Grundriss unserer Wohnung. Es würden keine Kosten für uns anfallen, da die Mieteinnahmen die Zinsen ausgleichen würden. Auch hätten wir keinen Ärger mit der Wohnung, da sie alles abwickeln würde.
Wir waren nun wieder etwas beruhigter und ignorierten das leise Grummeln im Bauch. Meine Frau und ich unterschrieben den Darlehensvertrag. Alles schien sich vorerst zu bestätigen, wir hörten nichts mehr von der Sache und hatten keine Unannehmlichkeiten mit der Wohnung. Unsere Maklerin rief ab und zu an und meinte, es sei alles in Ordnung.
Etwa ein halbes Jahr später meldete sie sich bei uns für einen erneuten Termin
Sie erklärte uns voller Stolz, sie hätte für unsere Wohnung einen Käufer und wir könnten eine kleinere Wohnung in einem besseren Stadtteil erwerben. Wir freuten uns, dass sich alles so positiv entwickelte und sagten zu. Wieder trafen wir uns beim Notar, der uns erneut eine Vollmacht vorlegte, die wir unterschreiben sollten: Das gleiche Prozedere wie zu Beginn.
Und so waren wir im Glauben, die erste Wohnung verkauft und eine zweite gekauft zu haben. Alles wurde von unserer Maklerin organisiert und wir hatten letztendlich keine Belastung damit.
Das böse Erwachen kam mit Briefen und Zahlungsaufforderungen: Zwei Banken schrieben uns an. Wir dachten, es wäre ein Versehen - und als wir die Maklerin anriefen, meinte sie nur dass sie schon alles regeln würde. Wir sollten ihr vertrauen und die Schreiben an sie weiterleiten, sie kümmere sich darum. Nachdem die Mahnungen in den Wochen danach drohender wurden und sie nichts unternommen hatte, merkten wir, dass sich nichts mehr regeln ließ.
Wir suchten einen Rechtsanwalt auf. Dieser stellte fest, dass wir zwei Eigentumswohnungen zu völlig überhöhten Preisen gekauft hatten. Die Maklerin hatte zudem die Mieten einkassiert und eine Zeit lang die Hypotheken bedient. Irgendwann tat sie das nicht mehr, so dass die „Luftnummer“ nun hochkam.
Meine Frau und ich können die Kosten bei weitem nicht decken. Auch reicht unser Einkommen – zudem noch reduziert durch die Arbeitsunfähigkeit meiner Frau (aus seelischen Gründen) - nicht mehr für unser tägliches Leben aus. Wir gehen drei Mal die Woche zur Hamburger Tafel, um uns etwas zu Essen zu holen.
Eine Perspektive haben wir nicht. Wir waren eben zu dumm und Dummheit wird bekanntlich bestraft. Mal sehen, wie der Anwalt uns aus dieser Sache herausholen kann. „Auf jeden Fall“, sagt er, „werden wir den Banken auch unsere finanziell dramatische Notlage präsentieren. "
Name der Redaktion bekannt
Disclaimer:
Diese Veröffentlichung stellt weder eine Rechtsauskunft noch kann die Gewährleistung übernommen werden, dass die Beiträge in jedem Detail der derzeit gültigen Rechtssprechung entsprechen. Der Beitrag dient lediglich der Information und erhebt keinen Anspruch auf Korrektheit im rechtlichen Sinne. Eine Rechtsauskunft darf nur durch eine juristisch ausgebildete Person erfolgen. Die Redaktion bemüht sich, die aktuelle Rechtssprechung zu berücksichtigen. Im Einzelfall kann es aber vorkommen, dass rechtliche Fragen von den Gerichten noch nicht abschließend geklärt sind oder unterschiedliche Rechtsauffassungen zu einem Thema bestehen. Aufsätze, Kommentare und Stellungsnahmen von juristisch ausgebildeten Personen werden von der Redaktion als solche gekennzeichnet.
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