Bankmeditation oder Bankmediation? Was ist das? - Meine ersten Erfahrungen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 02. Juli 2009

Meditation, Mediation... - zugegeben, das sind schon schwierige Worte, sowohl in der Aussprache als auch inhaltlich. Und der deutschen Sprache sei dank, Nominalisierungen sind des Deutschen liebste Sprachbeschäftigung. Dabei ist Bankmediation sprachlich ein Neologismus und als Dienstleistung eine Errungenschaft, geschaffen aus der Not der Zeit, den Bedürfnissen des Menschen entsprechend.

manuela_fellner_1.jpgAuf meinem Weg in die Selbständigkeit und seither fortlaufend, muss ich diesen Begriff erklären. Immer noch sehe ich in verdutzte Gesichter, die sich unter ´BankmediTation´ womöglich den Lotussitz auf einer gespendeten Parkbank, eine neumodische Entspannungsmethode aus den USA oder gar gemeinsame Atemübungen mit dem Sachberater des heimischen Kreditinstitut vor der Aufstockung des Kredits vorstellen. Oder eben auch gar nichts. Und das ist legitim. Denn von Mediation als Vermittlungsgespräch vermag der eine oder andere mal gehört haben, aber ein vermittelndes Gespräch bei einem Bankinstitut, was soll das? Lassen Banken etwa mit sich reden?

Ja, das tun sie. Denn auch hinter den Schaltern, in den langen Gängen mit den verzweigten Büros sitzen Menschen. Zugegeben, bei Beamten und Bankern mag man das vielleicht gar nicht glauben, dennoch sind sie trotz ihrer Vorgaben und Satzungen unter gewissen Umständen gesprächsbereit. Und da fängt die Arbeit eines Beraters für Bankmediation an.

Unlängst eröffnete mir eine Rechtsanwältin ihre Begeisterung darüber, dass es auch "reine Bankmediatoren" gibt. In diesem Bereich seien die Fronten ja oft extrem verhärtet und unsere Arbeit wäre hier wohl umso wichtiger.
 
Der Weg der Konfliktbewältigung

Dabei leitet sich der Begriff ´Bankmediation´ von dem Lateinischen ´mediare´ ab, was soviel heißt wie Vermittlung im Konflikt, und ist eines der traditionsreichsten Verfahren der Konfliktbewältigung. Seit der Antike kennt die europäische Geschichte große Mediatoren. In Umbruchzeiten, in denen Menschen lernen müssen, mit Widersprüchen zu leben, gehört das Verfahren zum Tagesgeschäft von Politik und Diplomatie. Das wachsende Interesse daran hat als zentralen Grund die Schaffung von ungewöhnlichen Problemlösungen, die bei dem üblichen gerichtszentrierten Vorgehen nicht zu erwarten sind.

Nachdem der Berater im Bereich Bankmediation (nach idbm - Privat-Institut der Bankmediation KG, siehe auch http://www.bankmediation.de/index.php/Tatigkeiten.html ) keine neutrale Partei im Sinn der klassischen Mediation ist, sondern nur im Interesse des Mandanten handelt, musste ich mir auch die Frage gefallen lassen, ob ich nun der weibliche ´Zwegat´ sei und dem Kunden aus der Schuldenfalle helfe bzw. seine Schulden umfinanziere. Nein, und ich verkaufe auch keine Wohnungen oder Autos!

Und dann fange ich wieder mit meiner Definition an. Und ja, wir können helfen.

Meine erste praktische Erfahrung

Jüngst habe ich selbst erlebt, wie einer Mandantin, die aufgrund eines familiären Schicksalsschlags schwere Zeiten durchleben muss, durch unsere Hilfe innerhalb von noch nicht mal vier Wochen ein großer Brocken vom Herzen fiel.

Zugegeben, es war auch für mich ein sehr schönes Gefühl. (An dieser Stelle möchte ich meine Bewunderung für all diejenigen aussprechen, die in Notsituationen über sich hinauswachsen und schier Unmögliches leisten. Der Mensch ist eben doch leidens- und leistungsfähiger als er denkt.)

Aber wie die genannte Rechtsanwältin so schön formulierte: "Eine Mediatorin wird in vielen Fällen oft Wunder bewirken, oder?" Wunder können wir keine bewirken, aber manchmal muss man sich trauen, Hilfe anzufordern. Damit wieder Licht ins Dunkeln kommt.


Manuela Fellner
Freiberufliche Beraterin für Bankmediation
in freier Zusammenarbeit mit idbm - Privat-Institut der Bankmediation KG
Link:
www.fellner.wohnungsbesitzer.de



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Vortrag in Verbraucherzentrale in Dresden am 10.11.2010
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Thema: Schrottimmobilien? Interessengemeinschaft sinnvoll?
Referent: Thomas Kerscher
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