Burnout - Ausgebrannt im Bankenland
Montag, den 24. Oktober 2011 um 00:00 Uhr
BANKENWELT
Berichte über die neue Volkskrankheit „Burnout“ füllen mittlerweile Zeitungen und Magazine. Weniger bekannt ist, dass die Finanzbranche auffallend viele Opfer in den eigenen Reihen zählt. Wer den Konflikt zwischen Gewissen und Profit nicht in den Griff bekommt, bleibt auf der Strecke. [Ein Kommentar von Sonja May, Redaktion wohnungsbesitzer.de]
Hohe Verkaufsvorgaben
Im Vertriebsgeschäft der Banken werden für die Bankberater in den letzten Jahren die Verkaufsvorgaben permanent höher geschraubt. Viele Mitarbeiter, die sich früher für ihre Kunden engagierten und die bestgeeignete Anlage verkaufen wollten, sehen sich jetzt nach der Finanzkrise durch zu hohe Erwartungen unter Druck gesetzt. Wer den Konflikt zwischen Gewissen und Profit nicht in den Griff bekommt, bleibt auf der Strecke. Zwar hat die Finanzbranche verglichen mit anderen Berufszweigen eher einen geringen Krankenstand, doch ist sie Spitzenreiter bei psychischen Erkrankungen.
Wie manche Banken reagieren.
Die betroffenen Unternehmen reagieren mittlerweile auf diese Untersuchungsergebnisse. Manche ersetzen ihre ausgebrannten Bankfachkräfte durch branchenfremde Mitarbeiter, die ihre Kunden nur eingeschränkt beraten können. Andere stellen gezielt psychologisch geschultes Personal ein und versuchen, die Burnout-Erkrankung im Vorfeld abzufangen.
Unsere Meinung: Letztendlich können diese Maßnahmen nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Unternehmen selbst kränkeln – wer vergisst, dass Mitarbeiter und Kunden die gesunde Basis des Geschäfts sind, darf sich über Ausfälle, auch personelle, nicht wundern.
Sonja May, Redaktion
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